Belebend wie der Prosecco selbst – eine Reise ins Herzen des prickelnden Getränks

Reisetermin: 07. - 10.06.2025

Blogbeitrag und Fotos: Daniela Haertel

 

Wenn sich vierzehn gutgelaunte Gäste nach Italien aufmachen, um dem Alltag zu entfliehen, dann kann es nur heiter und launig werden – ganz besonders, wenn das Ziel das sonnendurchflutete Proseccogebiet zwischen Conegliano und Valdobbiadene ist. Vom 7. bis 10. Juni ging es also gen Süden. Die Belohnung waren Tage voller Sonne und italienischem Lebensgefühl, die perlten wie Prosecco.

Nach einer entspannten Anreise von Wien über Graz ins grüne Kanaltal, flanierten wir durch das elegante und vielfach verkannte Udine. Die schattigen Arkaden der Altstadt und die wunderschöne gotisch-venezianische Loggia dei Lionello am Piazza della Libertà ließen erahnen, was uns in den kommenden Tagen erwarten würde: unvergessliche Kultur, großartige Architektur und ganz viel Lebensfreude. Nach einem ersten Espresso und einem köstlichen Gelato ging es weiter nach Sacile, wo wir unser Domizil für die nächsten Nächte bezogen: das für manche schon vertraute Hotel Due Leoni – wo wir wie immer herzlich empfangen wurden. Den ersten Abend krönte ein gemeinsames Abendessen, das mit prickelndem Prosecco begann und einem köstlichen Tiramisu endete.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des nun schon fast vertrauten Getränks – sowohl landschaftlich als auch flüssig. In Conegliano, dem prächtigen Eingangstor zur Proseccostraße und Geburtsstadt des berühmten Malers Cima, ließen wir uns entlang alter Palazzi und durch die Scuola dei Battuti - dem Versammlungsraum der gleichnamigen Bruderschaft mit seinen leuchtenden Fresken von Francesco da Milano führen. Die Atmosphäre der Contrada Grande und der weitläufige Piazza Cima hätten jedem Film Ehre gemacht. Danach folgte ein Höhepunkt für den Gaumen: die Proseccoverkostung im Weingut Torre Zecchei bei Valdobbiadene, begleitet von landestypischen Köstlichkeiten. Ein Abstecher in das stille, fast mystische Follina mit seiner beeindruckenden ehemaligen Benediktinerabtei, rundete den Tag ab. Ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint.

Nachdem wir am Vortag bereits den imposanten Palazzo Ragazzoni mit der Porträtgalerie seiner Erbauer in Sacile besichtigt hatten, spazierten wir am dritten Tag zunächst durch den hübschen Ort, der aufgrund seiner Kanäle und blühenden Vegetation auch „Garten von Venedig“ genannt wird. Danach ging es hoch hinaus – zumindest gefühlt: Asolo, die "Stadt der hundert Horizonte", erwartete uns mit verwinkelten Gassen, historischen Bauwerken und der Aura dreier berühmter Frauen, die hier lebten und wirkten: der Weltreisenden Freya Stark, der ehemaligen Königen von Zypern und späteren Königin von Asolo, Caterina Cornaro, die hier prächtig Hof hielt, und der unvergessenen Schauspielerin Eleonora Duse. Wer an diesem Vormittag nicht ins Schwärmen kam, dem wurde spätestens in Bassano del Grappa nicht nur ums Herz warm: Mit dem Blick von der hölzernen Ponte degli Alpini, einem Meisterwerk von Palladio, auf den Monte Grappa und der Verkostung des gleichnamigen Getränks bei Poli - atmeten wir ein weiteres Stück italienischer Seele. Der Abend in Sacile endete dann ganz bodenständig – Pizza für alle, gute Gespräche und Gelächter - einfach ein perfekter Ausklang.

Am vierten Tag hieß es Abschied nehmen, aber nicht ohne noch einmal einzutauchen in das Leben einer weiteren norditalienischen Stadt.Pordenone überraschte mit seiner pitoresken Altstadt, dem Dom San Marco und hübschen Geschäften– ein Fest für uns Flaneure. Gefolgt von einem würzigen Schlusspunkt: einer Prosciutto-Verkostung beim Traditionsbetrieb Alberti in San Daniele, bevor es entlang des eines strahlend türkisen Wörthersees in Richtung Heimat ging – beschwingt, bereichert und Freude im Herzen.