Die schönsten Seen im Ausseerland

 

Blogbeitrag und Fotos: Daniela Haertel

 

Wandern mit Genuss

Unsere Wanderwoche im Ausseerland war voller großartiger Momente: ein zumeist blitzblauer Himmel, Sonnenschein,  glitzernde Seen, duftende Almen, geschichtsträchtige Orte, kulinarische Schmankerl und mehr als 100 Wanderkilometer in bester Gesellschaft. Das Wetter blieb uns bis fast zum Schluss hold – spätsommerlich warm, sonnig und klar – und selbst als es umschlug, bescherte es uns einen stimmungsvollen, goldenen Herbstbeginn. Kein Wunder also, dass die Laune der Gruppe bis zum letzten Tag strahlte!

1. Tag: Anreise & Ödensee

Nach der Anreise durch die noch sehr grüne Steiermark  bezogen wir unser gemütliches Quartier im Hotel Kogler in Bad Mitterndorf. Sofort schnürten wir die Wanderschuhe für unsere erste kleine Runde. Der Ödensee, verborgen in einem stillen, tiefgrünen Wald, begrüßte uns mit im glasklarem Wasser spiegelnden Bäumen. Der einfache Weg war ideal zum Ankommen und Einstimmen. Abends blieb Zeit für einen ersten Spaziergang durch Bad Mitterndorf – der Auftakt war gelungen.

2. Tag: Schloss Großsölk & Naturpark Sölktäler

Der zweite Tag begann mit einem traditionellen kulinarischen Moment: dem legendären Kasfest im Schloss Großsölk, einst Herrschaftssitz, heute Naturparkhaus. Neben lokalen Schmankerln stand der berühmte Steirerkas zur Verkostung. Ein Fest für Gaumen und Ohren, wurde doch auch zünftig aufgespielt. Eine Belohnung für den kurzen aber knackigen Aufstieg. Im Museum erfuhren wir viel über den Naturpark.

Danach ging’s in den Naturpark Sölktäler. Gut gestärkt wanderten wir von der Breitlahnalm zum Schwarzensee und um ihn herum. Eingebettet in Almwiesen und umrahmt von Bergen, zeigte er sich in seinem geheimnisvollen Dunkelgrün. Für viele war dieser stille Ort einer der romantischsten der ganzen Reise.

3. Tag: Altausseer See, Bad Aussee & Loser

Am dritten Tag stellten wir das Programm ein wenig um. Zuerst umrundeten wir den Altausseer See, der nicht nur durch seine Schönheit, sondern auch literarische (diesenText weg) Berühmtheit erlangte. Schriftsteller wie Barbara Frischmuth oder Alfred Komarek fanden hier Inspiration. Einige von uns verlängerten die Wanderung über die Klaus-Maria-Brandauer-Promenade bis nach Bad Aussee, wo wir uns traditionell im Kurcafé Lewandofsky stärkten.

Am späten Nachmittag ging es dann über die Mautstraße auf den Loser. Während die Sonne langsam hinter den Gipfeln versank, umrundeten einige von uns noch den kleinen Augstsee – andere genossen einfach den magischen Moment, die Bergstille und die traumhaften Aussicht.

4. Tag: Grundl- und Toplitzsee

An diesem Tag wanderten wir von Grundlsee entlang des bewaldeten Seeufers bis nach Gössl und weiter zum sagenumwobenen Toplitzsee. Viele Geschichten ranken sich um ihn – von versenkten Goldschätzen bis zu geheimen militärischen Experimenten. Ob Wahrheit oder Mythos – die mystische Stimmung des Sees ließ einige jedenfalls innehalten und der gebratene Saibling uns die Mittagspause in der Fischerhütte aufs angenehmste verbringen.

Während einige mit dem Schiff zurückfuhren, wanderte der Rest der „Elite“-Gruppe am anderen Seeufer wieder zurück zum Ausgangspunkt – ein langer, aber wunderschöner Wandertag.

5. Tag: Durch das Koppenbrüllertal & Auszeit in Bad Aussee

Mit dem Herbstbeginn kam auch der Wetterumschwung. Frisch, klar und golden präsentierte sich das Koppenbrüllertal. Vorbei waren die heißen Spätsommertage. Auf unserem Weg von Bad Aussee entlang der Traun begleiteten uns rauschendes Wasser, enge Schluchten und bemooste Felsen – Natur pur! Wir wanderten bis zum Bahnhof Obertraun und kehrten anschließend mit dem Bus zurück in die Kurstadt. Den Nachmittag nutzten wir zum Bummeln in Bad Aussee, das mit seinen schmucken Häusern, kleinen Geschäften und Cafés immer wieder bezaubert.

6. Tag: Salza-Stausee & Frauengruber Rundweg

Die geplante 6-Seen-Wanderung auf der Tauplitz fiel leider dem schlechten Wetter und der ebensolchen Sicht am Berg zum Opfer. Aber wir hatten Glück. Kein Regen auf beiden Ersatzwanderungen in Bad Mitterndorf. Der Vormittag führte uns über die Tour de Kur zum Salza-Stausee, einem stillen Kleinod, dessen Wasser sich wie ein Spiegel in die Landschaft bettet. Nach einer gediegenen Mittagspause begaben wir uns auf den Frauengruber Rundweg – gewidmet dem Heimatdichters Hans Frauengruber, der mit seinen Geschichten und Liedern das Ausseerland weit über die Grenzen bekannt machte. Ein Tag, der Natur, Literatur und Heimatgeschichte wunderbar verband.

7. Tag: Almsee & Cumberland Wildtierpark

Unsere Heimreise wurde noch einmal zum Erlebnis. Entlang des Traunsees ging es ins Almtal. Dort wartete der Almsee auf uns – rundum von Bergen umgeben, sicher einer der romantischen Seen Oberösterreichs. In knapp anderthalb Stunden wanderten wir um ihn herum durch eine wahre Postkartenlandschaft. Zum Abschluss besuchten wir den wunderschönen Cumberland Wildpark, wo wir Bären, Wölfe, Luchse und viele andere Tiere beobachten konnten – ein letzter Höhepunkt, bevor wir endgültig die Heimreise antraten.

Mehr als 100 Kilometer Wander-Glück

Überraschend für uns alle: Wir legten tatsächlich mehr als 100 wunderschöne Wanderkilometer zurück, erlebten unzählige großartige Momente inmitten herrlicher Landschaften und genossen die wunderbare Kameradschaft in der Gruppe. Begegnungen und  kulturelle und kulinarische Erlebnisse bereicherten dabei unsere Tage.

Wir kehrten heim mit vielen wertvollen Erinnerungen – an Bilder, Begegnungen, Geschichten und vor allem an Freude. Denn bis zum letzten Tag blieb die Stimmung heiter, das Lachen ansteckend und die Wanderschuhe unermüdlich im Einsatz - und zu guter Letzt der Regen fern.