Kennst du das Land Ausflug: Erlaufschlucht und zwei Museen

 

Reisetermin:  05.05.2026

Blogbeitrag und Fotos: Ulrike Huttar


Unser Ausflug ins Mostviertel begann mit einem gemütlichen Spaziergang entlang der Erlaufschlucht in Purgstall, wo sich das glasklare, türkisfärbige Wasser im Lauf der Jahrtausende tief in das Schotterkonglomerat eingegraben hat und dem Besucher ein eindrucksvolles Naturschauspiel bietet. Hier windet sich der Fluss durch unterschiedliche Steinformationen, die sich mit gelegentlichen Sandbänken und Aushöhlungen abwechseln.  Fast alle nahmen wir den gemütlichen, schattigen Waldweg, der immer wieder Blicke auf den Fluss freigibt – sei es von den Aussichtsterrassen aus, oder von der romantischen Brücke der Liebe sowie dem überdachten Pratersteg. Einige sportliche TeilnehmerInnen entschieden sich sogar für den beschwerlichen Weg direkt am Flussufer und berichteten von ihren Eindrücken.  Da der Weg beiderseits entlang des Flusses verläuft und die Reiseleiterin Pläne zur Verfügung gestellt hatte, konnten alle BesucherInnen Länge und Tempo des Spazierganges individuell gestalten.
Von einem ausgezeichneten und äußerst preiswerten Mittagessen gestärkt, besuchten wir das Keramikmuseum in Scheibbs, das vom Ehepaar Hottenroth privat betrieben wird.  Es befindet sich im Gebäude der ehemaligen Tonindustrie Scheibbs, wo in den 1920er und 30er Jahren farbenfrohe, expressive Kunstkeramik hergestellt wurde.  Prof. Hottenroth hat uns die Entwicklung des Museums und die Geschichte der Scheibbser Keramik anschaulich erläutert und auch durch ein Video vom Wiener Filmarchiv eindrucksvoll ergänzt.  Das Ehepaar hat nicht nur das verfallene Gebäude geschmackvoll renoviert, sondern auch die keramischen Kunstgegenstände dieser Künstlerwerkstatt in über 30 Jahren bei unzähligen Flohmarktbesuchen und sogar einigen USA-Reisen zusammengetragen.  Übrigens praktizierten einige der ausgestellten KünstlerInnen bei Vally Wieselthier, der derzeit eine Ausstellung im MAK in Wien gewidmet ist. 


Im Anschluss besuchten wir das Schützenscheibenmuseum der Schützengilde Scheibbs, das in einem Gebäude aus dem 15. Jahrhundert untergebracht ist und eine wertvolle Sammlung bemalter Schützenscheiben aus dem deutschsprachigen Raum beherbergt.  Die Scheiben, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, sind mit Darstellungen von großen Ereignissen, Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit, sowie humorvollen Motiven bemalt.  Eine Scheibe ist sogar dem Atomkraftwerk Zwentendorf gewidmet.  Uns wurden die den Malereien zugrundeliegenden Geschichten auf sehr kurzweilige und humorvolle Art von Herrn Breslmayr erklärt.  Im Anschluss hat er uns noch bei einem kleinen Rundgang am Rathausplatz über die Stadtgeschichte berichtet und mit uns die prächtige Pfarrkirche, die den Wohlstand der Gegend zur Hochblüte des Eisenhandels widerspiegelt, besucht.  
Vor der Heimfahrt haben noch einige rasch ein Eis oder eine Scheibbser Kugel von der Konditorei Reschinsky mitgenommen.