Unbekannte Schlösser Südmährens

Burg Buchlov

Schloss Buchlovice

 

Reisetermin: 09.05.2026

Text und Fotos: Thomas Neunteufel


Die heutige Exkursion führte uns zu unserem tschechischen Nachbarn. Um 7 Uhr fuhren wir unter der Leitung von Mag. Georg Hamann und Mag. Thomas Neunteufel von der Operngasse los und nach einer Frühstückspause in Poysdorf ging es über Nikolsburg und Brünn weiter zu einer der ältesten und schönsten Burgen des Mährens - Buchlov . 
Die spätromanische Anlage wurde bis zum frühen 16. Jahrhundert mehrmals erweitert und dominiert mit ihren beiden mächtigen Wohntürmen die Umgebung. Unser Rundgang führte uns auch durch die Biedermeierräume der Grafenfamilie Berchtold, die bis 1945 im Besitz der Burg waren. Wir besichtigten unter anderem die umfangreichen naturwissenschaftlichen Sammlungen aus dem 19. Jahrhundert sowie eine 4000 Jahre alte ägyptische Mumie.
Die Burg Buchlov schien im späten 17. Jahrhundert den damaligen Besitzern, der Familie von Peterswald als zu wenig repräsentativ, weshalb wenige Kilometer entfernt das komfortable Schloss Buchlovice errichtet wurde – dieses stand nach der Mittagspause am Nachmittag auf dem Programm.
Die Pläne dazu stammten vom Barockbaumeister Domenico Martinelli. Im Zuge unseres Schlossrundgangs sahen wir die kostbar eingerichteten Wohnräume, sowie die Sala Terrena mit ihren reichen Stuckverzierungen und Mosaikornamenten.
Die Grafen von Berchtold gestalteten den Schlosspark zu einem englischen Park – ursprünglich im französischen Stil angelegt - mit einem seltenen Baumbestand. Zudem ist die Schlossanlage mit unzähligen Skulpturen und Denkmälern ausgestattet.
Schloss Buchlovice ging auch in die Weltgeschichte ein. Am 16. September 1908 unterzeichnete man in einem kleinen Hinterzimmer des Schlosses das „Abkommen von Buchlov“. Darin vereinbarten Österreich-Ungarn und Russland im Vorfeld der Bosnischen Annexionskrise, dass Österreich Bosnien-Herzegowina erhalten sollte. Als Gegenleistung versprach Österreich Russland die Unterstützung bei der Durchsetzung der Durchfahrtsrechte durch die Dardanellen gegenüber dem Osmanischen Reich.
Nach den beiden sehr ausführlichen Burg- bzw. Schlossführungen traten wir die längere Heimfahrt über Brünn nach Wien an.