West-Sizilien Radreise - mehr als nur Bewegung

typisch sizilianische Pizza

Tempelanlage in Selinunte

**** Mahara Hotel in Mazzara del Vallo

Besichtigung des Weingutes Curatolo Arini 1875

Tempelanlage von Selinunte

im wieder faszinierende Ausblicke

Gruppe am Strand von Mazzara del Vallo

Sonnenuntergang in der Hotelanlage

Reisetermin: 14. - 24.05.2026
Radguide: Gerhard Hahnenkamp und Gerhard Grob
Lokalguide: Iris Marischi

Zwischen Wind, Wellen und Weltkultur – Eine sizilianische Radreise, die mehr ist als nur Bewegung

Von Wien bis Palermo, von mittelalterlichen Dörfern zu antiken Tempeln – und immer begleitet vom Rhythmus der Pedale.


Es beginnt in jener Stunde, in der sich die Nacht noch weigert, dem Tag Platz zu machen. 04:50 Uhr, irgendwo in Wien: Ein Bus, 18 erwartungsvolle Reisende – und dieses leise Knistern, das nur Aufbrüche kennen. Wer sich zu dieser Uhrzeit auf den Weg macht, meint es ernst. Der Elite-Radbus setzt sich in Bewegung, Kurs Süden. Ziel: Genua. Noch weiß niemand, dass dies erst der Auftakt zu einer Reise wird, die mehr mit Geschichten als mit Kilometern zu tun hat.

Ein Auftakt wie aus einem Roadmovie

Die Fahrt ist lang, doch sie verläuft wie ein gut erzählter Prolog: kleine Pausen im steirischen Murtal, später bei Verona, Gespräche zwischen Reisetaschen und Thermoskannen. Schließlich Genua – Hafenstadt, Tor zum Mittelmeer. Noch bleibt Zeit für Pizza und Vorfreude, bevor die Fähre, verspätet, aber voller Verheißung, um 00:30 Uhr endlich ablegt.

Ein Deck, ein letzter Drink, das Meer als dunkles Versprechen. Dann zieht sich die Stille über die Kabinen.


Ein Tag zwischen Himmel und Wasser

Wer auf einem Schiff aufwacht, kennt dieses ganz eigene Gefühl von Schwerelosigkeit. Das Tyrrhenische Meer trägt die Reisenden sanft Richtung Sizilien. Frühstück an Deck, Wind im Gesicht – und plötzlich steht die Zeit still. Karten werden gespielt, Geschichten geteilt.

Am Horizont taucht schließlich Palermo auf. Trotz Verspätung gelingt die Landung fast punktgenau. Es ist, als hätte Sizilien selbst beschlossen, seine Gäste nicht warten zu lassen.

In Terrasini wartet bereits eine neue Begleiterin: Iris, halb Österreicherin, halb Sizilianerin, ganz Gastgeberin. Sie wird zur Stimme der Insel, zur Erzählerin ihrer Geheimnisse.


Wind, Ricotta und goldene Mosaike

Der erste Radtag ist ein Vorgeschmack auf das, was folgt: Portella da Ginestra begrüßt die Gruppe mit kräftigem Wind – eine Herausforderung, die bald zum Verbündeten wird. Rückenwind trägt die Räder nach Piana degli Albanesi, einem kleinen kulturellen Kosmos albanischer Tradition mitten in Sizilien.

Und dann: Cannoli. Nicht irgendeine Süßspeise, sondern eine Offenbarung. Frisch gefüllt, cremig, ein kulinarischer Moment, der länger nachwirkt als jede Steigung.

Später Monreale. Wer glaubt, Kirchen gesehen zu haben, wird hier eines Besseren belehrt. Goldene Mosaike aus dem 12. Jahrhundert erzählen Geschichten, die man nicht nur sieht, sondern fühlt.


Entlang der Küste – wo Sizilien seine Schönheit offenbart

Die Tage beginnen nun stets ähnlich: Fahrrad, Sonne, eine Route, die sich wie ein Gedicht entlang der Küste entfaltet. Von Balestrate bis Scopello führt der Weg vorbei an Buchten, die fast zu schön wirken, um real zu sein.

Castellammare del Golfo erscheint wie eine Postkarte: verschachtelte Gassen, ein Blick, der sich im Meer verliert. Und dann Scopello – Felsen im Wasser, eine ehemalige Thunfischfabrik, Filmkulisse und Sehnsuchtsort zugleich.

Hier wird klar: Diese Reise ist kein Wettlauf. Sie ist ein langsames Eintauchen.


Der Weg nach oben – und zu sich selbst

Erice. Allein der Name klingt wie ein Versprechen. Doch vorher wartet die Mangiapane-Grotte, ein stilles Zeugnis vergangener Jahrtausende. Und dann beginnt er, der Anstieg.

In zwei Gruppen teilen sich die Wege – doch das Ziel bleibt dasselbe: hoch hinauf auf 750 Meter. Ob mit Muskelkraft oder per Gondel – oben angekommen stehen alle still.

Denn Erice ist kein Ort, den man besucht. Es ist ein Ort, der einen empfängt. Kopfsteinpflaster, enge Gassen, eine Burg, die Geschichten flüstert. Und dieses Panorama: ein Blick, der sich einprägt.


Zwischen Antike und Gegenwart

Segesta, Salemi, Mazara del Vallo – Namen, die wie Kapitel einer alten Chronik klingen. Im Tempel von Segesta scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. In Salemi liegt eine fast meditative Ruhe in der Luft. Und schließlich Mazara, lebendig, vielschichtig, geprägt von arabischen Einflüssen.

Hier zeigt Sizilien sein zweites Gesicht: nicht nur schön, sondern auch tief.


Inseln, Salz und ein Glas Marsala

Favignana – schon die Überfahrt dorthin ist ein kleines Abenteuer. Ein Rundweg mit dem Rad führt zu versteckten Buchten, zu türkisfarbenem Wasser, zu Momenten, die man am liebsten einfrieren würde. Cala Rossa: ein Farbenspiel zwischen Himmel und Meer.

Am nächsten Tag wechseln sich Landschaften ab: Salinen mit weißen Salzbergen, Windmühlen, flirrende Hitze. Und dann Marsala – nicht nur ein Ort, sondern ein Geschmack. Ein Glas Wein, golden im Licht, erzählt mehr über Sizilien als viele Worte.


Die Größe der Vergangenheit

Selinunt. Fünf Tempel, gewaltig, beeindruckend. Hier wird Geschichte nicht erklärt – sie steht einfach da. Unerschütterlich.

Und darunter ein Strand, weich, golden. Ein letzter Moment des Stillstands, bevor es zurückgeht. Palermo wartet.


Die Rückkehr – und das leise Nachklingen

Die Fähre zurück nach Genua ist wie ein Epilog. Karten werden wieder gespielt, Gespräche führen zurück durch die Tage. Jeder trägt nun eigene Bilder, eigene Geschichten in sich.

Am elften Tag erreicht die Gruppe wieder Wien. Doch etwas ist anders. Reisen verändern selten die Welt. Aber sie verändern die, die unterwegs waren.


aus der sicht eines fahrenden Beobachters

Diese Reise ist kein klassischer Radurlaub. Sie ist ein Mosaik – aus Begegnungen, Landschaften, Aromen und Geschichte. Wer sie erlebt, kehrt nicht nur mit Fotos zurück, sondern mit einem neuen Blick auf die Dinge.

Oder, um es einfacher zu sagen:
Sizilien fährt mit.

 

Gruppen KilometerHöhenmeter
Gerhard Hahnenkamp296 km2400 hm
Gerhard Grob298 km2440 hm
   

Link zur Download Galerie 26ert0514 Sizilien West
(Passwort geschützt - gültig bis 30.07.26)