Reisetermin: 28.- 29.06.2026
Reisebericht: Elisabeth Stanzel, Fotos: © Viktoria Hofauer Fotografie / Mahlerfestival
Zum Ursprung der Symphonie Nr. 3 d-Moll
Die idyllische Kulisse von Steinbach am Attersee wurde zur Bühne eines musikalischen Ereignisses von außergewöhnlicher Bedeutung!
Gustav Mahler komponierte dieses Werk in den Sommern 1895 und 1896 in seinem berühmten Komponierhäuschen auf der Wiese am Seeufer. Es ist der Versuch des Komponisten, die gesamte Existenz in Musik zu fassen. Während er das Werk schrieb, beschrieb er seine Empfindungen wie folgt:
“Nun aber denke Dir so ein großes Werk, in welchem sich in der Tat die ganze Welt spiegelt – man ist, sozusagen, selbst nur ein Instrument, auf dem das Universum spielt.”
Die Vorfreude auf diese kulturhistorisch bedeutsame Aufführung war groß und unsere Erwartung entsprechend hoch. Wir erlebten ein Konzert der Extraklasse mit dem Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Chefdirigent Markus Poschner, der Alt-Solistin Wiebke Lehmkuhl, dem Damenchor (Linzer Jeunesse Chor, Hard Chor) und dem Kinderchor des Landestheater Linz. Die tiefgreifende und emotionale Interpretation begeisterte das Publikum, das sich mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovations bedankte.
Neben der künstlerischen, muss auch die physische Höchstleistung erwähnt werden, denn aufgrund der tropischen Temperaturen waren alle Beteiligten extrem gefordert. Mit über 1.000 Konzertgästen in der restlos ausverkauften Steinbach-Halle – und damit mehr Menschen, als Steinbach am Attersee Einwohner zählt – fand das 10. Gustav Mahler Festival einen glanzvollen Abschluss.
Nach diesem Hochgenuss blieb bei dieser Kurzreise auch Raum die Natur zu erleben. Am nächsten Tag konnten wir während einer Schifffahrt das Glitzern der einzigartigen Farbenpracht des Sees bewundern… Zeit zum Durchatmen, Staunen, Genießen – und für ein erfrischendes Bad im türkisgrünen See. Eingebettet in die zauberhafte Landschaft, inspiriert der Attersee seit Jahrhunderten Künstler zu großartigem Schaffen. Unzählige Künstler wie Gustav Klimt, Rudolf von Alt, Christian Ludwig Attersee, Hugo von Hoffmanstal, Maria Jeritza, Nikolaus Harnouncourt… uvm. lebten hier.
Friedrich Gulda komponierte hier das „Concerto für Violoncello und Blasorchester“ als Hommage an seine Wahlheimat. Wir konnten dieses außerordentliche Konzert beim 8. Mahler Festival vor zwei Jahren hören. Am Dorffriedhof von Steinbach am Attersee hat Gulda seine letzte Ruhestätte gefunden. Mit der Inschrift auf seinem Grabstein darf ich meine Emotion ausdrücken:
„Wollt ihr mit mir fliegen schweben, lasst im Takt die Erde beben.“
Mit Spannung erwarten wir das 11. Gustav Mahler Festival von 30. Juni bis 4. Juli 2027 unter dem Motto „Mahlers Beethoven“.









