Reisetermin: 12.- 14. Juni 2026
Reiseleitung, Blogbeitrag und Fotos: Thomas Neunteufel
Bei noch vielversprechendem blauen Himmel fuhren wir überpünktlich von der Operngasse ab und erreichten nach ca. 90 Minuten - jetzt aber schon bei starker Bewölkung - das Haubiversum in Petzenkirchen. Im Kaffeehaus dieser Bäckerei machten wir eine kurzbemessene Frühstücks- und Gesundheitspause, bevor es zu unserem ersten Besichtigungspunkt ging - zum ehemaligen Kartäuserkloster Gaming. Das in den 1980er Jahren vor dem vollkommenen Verfall gerettete Kulturjuwel erstrahlt in neuem Glanz und lädt ein, in die Welt der Kartäusermönche einzutauchen. Eine fachkundige Führung brachte uns in die noch erhaltenen Repräsentationsräume und in die Klosterkirche mit den Grabstätten des Gründerpaares Herzog Albrecht II. und seiner Gattin Johanna von Pfirt. Noch vor unserem Führungstermin hatten wir Zeit deren frühere Grabstätte in der Pfarrkirche von Gaming zu besuchen.
Nach dem Mittagessen im Klosterrestaurant wartete schon der nächste Höhepunkt auf uns - das Stift Admont. In einer über zwei Stunden dauernden „Highlight-Führung“ besuchten wir das sogenannte „8. Weltwunder“, die größte Klosterbibliothek der Welt mit herrlichen Fresken von Bartolomeo Altomonte und Skulpturen von Josef Stammel. Weiters kamen wir in die Dauerausstellung zur Klostergeschichte und in die Kunstsammlungen des Stiftes. Eine kleine Verkostung von Weinen und Sekt aus der stiftseigenen Kellerei rundeten den Besuch ab.
In Sichtweite vom Stift Admont bezogen wir das Hotel Spirodom**** und ließen den ersten Reisetag bei einem hervorragenden Abendessen ausklingen.
Da uns zur Besichtigung am Vortag keine Zeit mehr blieb, starteten wir den zweiten Tag in der Admonter Stiftskirche. Diese dem Hl. Blasius geweihte Kirche ist ein monumentales Meisterwerk aus der Frühzeit des neogotischen Kirchenbaus in Österreich. Wertvolle Kunstwerke, u.a. die berühmte „Admonter Madonna“ oder Werke des Stiftsbildhauers Josef Stammel erwarteten uns.
Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich die Wallfahrtskirche Frauenberg, die eng mit dem Stift Admont verbunden ist. Mit Glockengeläute wurden wir vom Pfarrer, der gleichzeitig Leiter der Stiftsbibliothek und Prior von Admont ist, empfangen. Der Innenraum erstrahlt in hochbarockem Glanz mit prachtvollen Altären und Deckenfresken.
Das Schloss Trautenfels am Fuße des einzigen freistehenden Bergstocks Österreichs war der letzte Besichtigungspunkt vor der Mittagspause.
Dieses Barockschloss gilt als das Wahrzeichen des mittleren Ennstales. Heute beherbergt das Schloss ein regionales Landschafts- und Naturmuseum. Besonders sehenswert ist der Festsaal mit prachtvollen Deckenfresken von Carpoforo Tencalla.
Im sogenannten „Kripperl der Steiermark“ - so bezeichnete der steirische Dichter Peter Rosegger den Ort Pürgg - verbrachten wir - nach einer gemütlichen Mittagspause - die kommenden Stunden. Der offiziell autofreie Ort besticht durch ein Ensemble alter, prächtig renovierter Häuser und zwei kunsthistorischen Kostbarkeiten. Die Pfarrkirche und die auf einem kleinen Hügel gelegene Johanneskapelle mit Fresken aus dem 12. Jahrhundert. Diese Wandmalereien zählen zu den am besten erhaltenen Bildzyklen Europas. Berühmt ist unter anderem die Darstellung des „Katzen- und Mäusekriegs“.
Müde und voll mit schönen Eindrücken erreichten wir gegen Abend wieder unser Hotel, wo bereits ein reichhaltiges Abendbuffet vorbereitet war.
Nachdem wir alle unser Gepäck im Bus verstaut hatten stand ein weiterer Verteidigungsbau im Ennstal auf unserem Besichtigungsprogramm - Burg Strechau. Diese nach der Riegersburg zweitgrößte Burganlage der Steiermark thront über dem Paltental nahe der Stadt Rottenmann. Die imposante Höhenburg mit einer Länge von 300 Metern blickt auf eine über 1000jährige Geschichte zurück und verbindet mittelalterliche Wehrarchitektur mit prachtvoller Renaissance. Berühmt sind der italienisch anmutende Arkadenhof und die manieristischen Deckenfresken im Festsaal. Als besondere Attraktion beherbergt die Burg eine der weltgrößten historischen PKW-Privatsammlungen der österreichischen Automarke Steyr.
Die verdiente Mittagspause verbrachten wir im Seerestaurant von Lassing. Dieser Ort wurde 1998 durch ein Grubenunglück weltbekannt. Für die zehn verunglückten Bergleute wurde eine würdige Gedenkstätte eingerichtet, die wir dann am Nachmittag besuchten.
Nach der Besichtigung der Pfarrkirche von Rottenmann mit drei Altargemälden des Kremser Schmidt, waren wir zum Abschluss des dreitägigen Besichtigungsprogramms im privaten „Puppen- und Handarbeitsmuseum“ in Singsdorf.
Auf der Heimfahrt hielten wir noch eine kurze Einkehr beim Kirchenwirt von Maria Schutz und erfreuten uns - dankbar rückblickend auf eine interessante und besichtigungsintensive Bildungsreise - an den bekannten Riesen-Klosterkrapfen. Gegen 20 Uhr erreichten wir - nach einer wie immer bewährten und sicheren Fahrt unseres Lenkers Dragan - die Endstelle in der Operngasse.



























