Reisetermin: 04.07.2026
Blogbeitrag und Fotos: Thomas Neunteufel
Die heutige Tagesexkursion unter der Leitung von Mag. Georg Hamann und Mag. Thomas Neunteufel führte wieder einmal zu unserem nördlichen Nachbarn – in die Tschechische Republik, genauer gesagt in die Gegend um Jihlava (deutsch: Iglau). Zwei kulturhistorische Höhepunkte standen auf dem Besichtigungsprogramm: ein Barockschloss, das auch als „Mährisches Versailles“ bezeichnet wird und ein Museum, das einem Hauptvertreter des Jugendstils und der Wiener Werkstätte gewidmet ist.
Nach einer gut zweistündigen Fahrt, unterbrochen von einer kurzen Gesundheitspause in Hollabrunn, erreichten wir den Ort Jaromerice nad Rokytnou (deutsch: Jarmeritz). Im Ortszentrum erhebt sich unübersehbar ein imposantes, siebenflügeliges Barockschloss mit einem weitläufigen Park im französischen Gartenstil. Das ehemalige Renaissanceschloss wurde von Johann Adam von Questenberg zwischen 1700 und 1737 im Barockstil umgestaltet und erweitert. Es wird vermutet, dass an den Plänen Jakob Prandtauer oder Lukas von Hildebrandt federführend mitgearbeitet haben. Neben der zauberhaften Sala Terrena, dem anschließenden „römischen Bad“ und dem chinesischen Kabinett sind vor allem die großartigen Musikzimmer, der beeindruckende Tanzsaal und der Ahnensaal sehenswert.
Wir statteten auch der an das Schloss angebauten Margarethenkirche einen Besuch ab. Dieser Kirchenbau zählt seit 2002 zu den tschechischen Nationalkulturdenkmälern und besticht durch eine hochwertige Barockausstattung und vor allem durch ein monumentales Kuppelfresko (420m²!) des böhmischen Künstlers Karel Tepper (1734).
Nach der Mittagspause in einem regionaltypischen Restaurant fuhren wir weiter nach Brtnice (deutsch: Pirnitz).
Der Nachmittag stand nun im Zeichen Josef Hoffmanns, eines der produktivsten und berühmtesten Architekten sowie Designer Österreichs. Er gilt auch als Mitbegründer von Secession, Wiener Werkstätte und Österreichischem Werkbund. 1870 wurde Hoffmann in diesem kleinen südmährischen Ort geboren. Seine Vorfahren waren hier seit Generationen erfolgreiche und angesehene Unternehmer, sein Vater war Bürgermeister von Pirnitz. Das Bürgermeisterhaus, gleichzeitig auch Geburtshaus Hoffmanns am Pirnitzer Stadtplatz, gestaltete er – mittlerweile Professor an der Hochschule für angewandte Kunst – nach dem Tod der Eltern teilweise um und richtete es mit selbst entworfenen Möbeln und Wanddekorationen ein.
Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde hier im Jahr 2006 ein „Josef-Hoffmann-Museum“ eingerichtet, das über Leben und Werk des 1956 verstorbenen Künstlers informiert. Es wird von der Mährischen Galerie in Brünn, gemeinsam mit dem Wiener Museum für angewandte Kunst betrieben. Nach einer detailreichen Führung durch das Museum traten wir die Heimfahrt nach Wien an. Unterwegs wurde noch ein knapp einstündiger Film über Leben und Werk Josef Hoffmanns gezeigt. Damit wurde die Busfahrt interessant und kurzweilig gestaltet, das heute Gehörte und Gesehene durch weitere Informationen ergänzt.
Mit Busfahrer Dragan am Steuer kamen wir gegen 19 Uhr zufrieden und mit vielen schönen Eindrücken wieder beim Ausgangspunkt in der Operngasse 4 an.













