Reisetermin: 09.- 12.07. 2026
Reiseblog und Fotos: Daniela Haertel
Es gibt Orte, die lange nachklingen – nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, sondern weil sie alle Sinne berühren. Unsere Opernreise nach Verona bot einmal mehr ein solches Erlebnis. Die berühmten Festspiele in der Arena waren auch heuer ein fixer Bestandteil des Elitetours-Sommerprogramms und bescherten uns drei Tage voller Kultur, italienischer Lebensfreude und unvergesslicher Momente.
1. Tag: Von Österreich nach Verona – Dolce Vita vom ersten Augenblick an
Bereits die Anreise versprach Genuss. Hoch über dem glitzernden Wörthersee stärkten wir uns bei einem köstlichen Mittagessen und ließen den Blick über die Kärntner Landschaft und ihre mächtigen Berge schweifen. Wenig später, kurz vor Venedig, durfte natürlich der erste echte italienische Espresso nicht fehlen – klein, kräftig und genau der richtige Auftakt für das, was folgen sollte.
Am frühen Abend erreichten wir Verona, jene Stadt, deren Name untrennbar mit Romeo und Julia sowie mit den weltberühmten Opernfestspielen verbunden ist. Nachdem wir unser Hotel bezogen hatten, blieb gerade noch Zeit, sich auf den ersten Höhepunkt einzustimmen.
Als um 21 Uhr die Lichter in der Arena erloschen und die ersten Töne von La Traviata erklangen, lag eine besondere Magie über dem antiken Amphitheater. Bei angenehm warmen Sommerabenden, unter einem funkelnden Sternenhimmel und umgeben von tausenden begeisterten Opernfreunden wurde Verdis Meisterwerk zu einem emotionalen Erlebnis. Schon nach wenigen Minuten war der Alltag in weite Ferne gerückt.
2. Tag: Verona – Geschichte, Romantik und große Oper
Der gesamte zweite Tag gehörte dem faszinierenden Verona. Bei unserem Spaziergang entdeckten wir die vielen Gesichter dieser außergewöhnlichen Stadt. Wir bewunderten die mächtigen Renaissance-Stadttore und die gut erhaltene Stadtmauer, besichtigten die eindrucksvolle Basilika San Zeno und fuhren vorbei am mittelalterlichen Castelvecchio bis hin zum römischen Theater.
Natürlich durfte auch die Welt von Romeo und Julia nicht fehlen. Die vermeintlichen Paläste der jungen Liebenden, der berühmter Balkon, die wunderschönen Gebäude aus vielen Jahrhunderten und die prachtvollen Plätze Piazza dei Signori und Piazza delle Erbe erzählten von der langen und bewegten Geschichte Veronas. Den Abschluss bildete die weitläufige Piazza Brà mit der imposanten Arena, die tagsüber ebenso beeindruckte wie am Abend.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Manche genossen einen Cappuccino in einem schattigen Straßencafé, andere ließen sich durch die eleganten Boutiquen treiben oder gönnten sich ein cremiges Gelato, während das italienische Leben gemächlich an ihnen vorbeizog.
Am Abend wartete bereits der nächste Operngenuss: Aida. Die monumentale Inszenierung von Stefano Poda sorgte – wie schon im Vorjahr – für Gesprächsstoff. Während die einen von der futuristischen, außergewöhnlichen Bildsprache begeistert waren, empfanden andere die moderne Interpretation als ungewohnt. Gerade diese unterschiedlichen Eindrücke machten die Aufführung jedoch besonders spannend und sorgten noch lange nach der Vorstellung für angeregte Diskussionen.
3. Tag: Blütenpracht, mittelalterliche Idylle und eine Oper mit Wetterdrama
Nach zwei intensiven Tagen in Verona führte uns unser Ausflug zunächst in den wunderschönen Sigurtà-Park. Die prachtvolle Gartenanlage präsentierte sich in voller sommerlicher Schönheit. Während einige Gäste ganz entspannt mit der kleinen Parkbahn durch die weitläufige Anlage fuhren, erkundeten andere die herrlichen Gartenlandschaften mit Golfwägen. Überall blühten farbenfrohe Blumen, uralte Bäume spendeten angenehmen Schatten und kleine Seen spiegelten die tiefblaue Sommerluft wider.
Anschließend erreichten wir Borghetto sul Mincio – eines der schönsten Dörfer Italiens. Das ehemalige Festungsdorf mit seinen alten Wassermühlen, den liebevoll restaurierten Steinhäusern und der imposanten Visconti-Brücke wirkte wie aus einem Bilderbuch. Der türkisfarbene Mincio floss ruhig durch den Ort und verlieh ihm eine beinahe märchenhafte Atmosphäre.
Eigentlich hätte unser Weg danach nach Peschiera del Garda geführt. Doch die sommerliche Hitze ließ uns kurzerhand umplanen. Gemeinsam entschieden wir uns für Bardolino, direkt am Ufer des Gardasees. Dort erwartete uns eine wohltuende Brise, die über das glitzernde Wasser strich. Unter schattigen Schirmen genossen wir ein kühles Getränk und ein köstliches italienisches Mittagsmal, während Segelboote gemächlich über den See glitten und mediterranes Urlaubsgefühl aufkam.
Am Abend sollte sich schließlich einer der außergewöhnlichsten Momente der gesamten Reise ereignen.
Diesmal stand La Boheme auf dem Spielplan. Bereits während der ersten beiden Arien zogen dunkle Wolken über der Arena. Wenige Augenblicke und ein anhaltendes Wetterleuchten später öffnete der Himmel seine Schleusen. Ein gewaltiges Gewitter entlud sich über Verona und verwandelte die Arena innerhalb kürzester Zeit in ein einziges Meer aus Regenmänteln. Trotz des strömenden Regens blieb die Stimmung erstaunlich gut und gelassen. Man rückte zusammen, lachte über die Launen des Wetters und hoffte geduldig auf eine Fortsetzung.
Und tatsächlich: Nach rund zweieinhalb Stunden hatte das Unwetter ein Einsehen. Kurz nach ein Uhr morgens kehrten die Sängerinnen und Sänger auf die Bühne zurück und setzten die Aufführung fort. Müde war zu diesem Zeitpunkt kaum noch jemand – vielmehr entstand das Gefühl, Teil eines ganz besonderen Opernabends geworden zu sein, den wohl niemand so schnell vergessen würde ausser jene, die sich zuvor auf den Weg ins Hotel und im Zimmer gemütlich gemacht hatten.
4. Tag: Arrivederci, Verona
Viel zu schnell hieß es Abschied nehmen. Über das Kanaltal und Villach führte unsere Heimreise zurück nach Wien. Im Gepäck hatten wir nicht nur schöne Erinnerungen und viele Fotos, sondern vor allem unzählige Eindrücke: die Magie der Arena, den Zauber Veronas, blühende Gärten, malerische Dörfer, den glitzernden Gardasee und einen Opernabend, den selbst ein Gewitter nicht stoppen konnte.
So endete eine Reise voller Emotionen, Musik und italienischer Lebensfreude – und schon auf der Heimfahrt war für viele klar: Verona wird uns wiedersehen.
Von 27. bis 30.08.2026 stehen die Festspiele in Verona heuer nochmals auf unserem Programm (nur noch Warteliste) und dann freuen wir uns bereits auf die Festspiele 2027!

















