Reisetermin: 17. -19.07.2026
Blogbeitrag und Fotos: Thomas Neunteufel
Diese Dreitagesfahrt unter der Leitung von Thomas Neunteufel und mit Andreas als Busfahrer führte uns zu interessanten Besichtigungspunkten ins Most-, Traun- und Hausruckviertel.
Erster Höhepunkt - nach einer Frühstückspause im Haubiversum in Petzenkirchen bei Wieselburg, war die diesjährige Niederösterreichische Landesausstellung in Mauer-Öhling. Ausstellungsthema und Standort sind einzigartig - „Wenn die Welt Kopf steht: Mensch - Psyche - Gesundheit“ im Landesklinikum Mauer mit seiner außergewöhnlichen Jugenstilarchitektur und besonderer Geschichte.
Die Spitalsanlage, die auch während der Ausstellung in Vollbetrieb steht, wurde zwischen 1899 und 1902 erbaut und besteht aus 40 Gebäuden und 18 Jugendstilpavillons für Patienten. Die Anstalt gilt als wichtigstes Jugendstilensemble Niederösterreichs und wurde zum Vorbild für das Wiener Spitalsareal „Am Steinhof“. Die Pavillons werden und wurden als Wohnbereiche, Behandlungsräume und für die Verwaltung verwendet.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen im Wandel der Zeit. Sie zeigt die Herausforderungen psychischer Erkrankungen und deren Auswirkungen auf Betroffene und Angehörige. Seitens der Ausstellungsgestalter möchte man dahingehend das Verständnis fördern, Vorurteile abbauen und die heilende Kraft kreativer Ausdrucksformen hervorheben. Nicht zuletzt wird ein dunkles Kapitel thematisiert: Mauer-Öhling in der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch die Rolle des Mostviertels als moderne Gesundheitsregion. Schließlich ist das Landesklinikum Mauer ein Kompetenzzentrum für psychische Gesundheit und auch ein Lehrkrankenhaus der MedUni Wien. Sehenswert ist der Mehrzweck-Jugendstilfestsaal, der in die Anstaltskirche integriert wurde.
Nach dem geführten Rundgang durch die Ausstellung fuhren wir zum Mittagessen im Genussbauernhof des „Mostbarons“ Anton Distelberger in Gigerreith bei Amstetten. Bei einem Buffet mit typischen Mostviertler Spezialitäten ließen wir den ersten Halbtags ausklingen und erlebten im Anschluss noch eine kommentierte Mostverkostung.
Danach ging es weiter nach Aschbach zur Gartenerlebniswelt Starkl. Passend zur Landesausstellung wurde dieser neu gestaltete Gartenbereich unter dem Motto „Seelische Gesundheit in freier Natur“ angelegt. Mit dem Chef dieses traditionsreichen Familienunternehmens gingen wir auf Entdeckungsreise durch das Palmenhaus, den Centerbereich und das Freigelände. Wir lernten die vielfältige Pflanzenwelt der Gärtnerei kennen und spazierten durch die einzelnen Gartenbereiche.
Da uns anschließend noch etwas Zeit blieb, machten wir noch einen Abstecher zur schönsten Rokoko-Landkirche Oberösterreichs in Pfarrkirchen bei Bad Hall.
Nach 18 Uhr erreichten wir das Hotel Hallerhof im Kurort Bad Hall und bezogen für die kommenden zwei Nächte unsere Zimmer.
Mit einem ausgezeichneten Dreigänge-Abendessen ging der erste Besichtigungstag zu Ende.
Den zweiten Tag verbrachten wir im Kremstal. Doch zuvor gab es noch einen Überraschungsstopp am Gusterberg bei Kremsmünster. Beim „Baum mitten in der Welt“ stiegen wir kurz aus und besuchten den „Nullpunkt“ der Landesvermessung von Oberösterreich, Salzburg und Böhmen zurzeit Kaiser Franz I. von Österreich.
Ab 1817 wurde von hier aus der sogenannte „Franziszeische Kataster“ vermessungstechnisch erstellt.
Nach einer knappen halben Stunde erreichten wir das Zisterzienserstift Schlierbach.
Gleich zu Beginn erwartete uns im Panoramacafé eine Verkostung des vielfältigen Angebots von Schlierbacher Käse.
Gestärkt machten wir einen Blick in die Käserei und Glaswerkstatt mit der Margret-Bilger-Galerie, danach begann die Stiftsführung.
Ein Gang durch das Stift ist eine Entdeckungsreise in eine geistige Welt, deren Kraft und Faszination bis in die Gegenwart lebendig ist. Was vor einem halben Jahrtausend begann, entfaltet sich heute in barocker Pracht - von der herrlichen Klosterkirche bis zur Stiftsbibliothek mit ihren wertvollen Beständen. Wir besuchten außerdem den Bernhardisaal, den Kreuzgang und die gotische Schlierbacher Madonna.
Nur wenige Kilometer von Schlierbach entfernt liegt der Ort Micheldorf an der Krems. Dort verbrachten wir im „Gasthof zum Schwarzen Grafen“ die Mittagspause und besuchten anschließend das nur wenige Schritte entfernte Sensenmuseum.
Am Standort der ehemaligen „Sensenschmiede am Gries“ wurden über 400 Jahre lang Sensen erzeugt und millionenfach in die ganze Welt exportiert.
Der Industriepionier Caspar Zeitlinger führte im 19. Jahrhundert den Betrieb zur größten Blüte. 1845 beschäftigte er bereits über 400 Mitarbeiter und war damit einer der größten und bedeutendsten Unternehmer der Monarchie.
Ein Besuch im Museum und den Nebengebäuden ist eine Zeitreise in die Epoche der Hammerherren und „Schwarzen Grafen“. Authentisch erhaltene Gebäude und zahlreiche Originalgegenstände lassen den Alltag von Caspar und Josepha Zeitlinger, ihrer Familie, Arbeiter und Arbeiterinnen lebendig werden und erzählen von den Sorgen und Nöten, ebenso von ihren Träumen und Visionen.
Rechtzeitig zum Abendessen kehrten wir in unser Hotel zurück und bereiteten uns auf den bevorstehenden Besuch im Stadttheater Bad Hall vor. Dort erwartete uns eine Aufführung der Franz Lehar-Operette „Giuditta“. Das Zusammenspiel von Orchester, Sänger und Ballett bescherte uns einen unvergesslichen Abend mit bekannten, unvergesslichen Melodien, so ganz nach dem Motto „Freunde, das Leben ist lebenswert“.
Am dritten Tag ging es nun ins oberösterreichische Hausruckviertel - zunächst in die „Stadt der Sterne“ - nach Peuerbach.
Dort besichtigten wir das Schlossmuseum mit der Ausstellung „Kosmos. Neue Welten - Georg von Peuerbach und sein Vermächtnis“. Diese würdigt den Astronomen Georg von Peuerbach und seine Lebensleistungen und geht den Fragen nach, wie er gelebt und geforscht hat und zeigt, wie groß sein Einfluss auf nachfolgende Generationen war und noch immer ist. Als im Jahr 1423 Georg Aunpekh in Peuerbach geboren wird, deutet wenig darauf hin, dass aus ihm einer der wichtigsten Protagonisten der naturwissenschaftlichen Revolution werden sollte. Unter dem Gelehrtennamen Purbachius forschte der Astronom an der Wiener Universität und entwickelte innovative Messinstrumente, modernisierte astronomische Berechnungsmethoden und erneuerte die Planetentheorie des Ptolemäus. Als weltweit erster Universitätsprofessor für Astronomie war der geniale Mathematiker und Visionär in doppelter Hinsicht ein prägender Erneuerer der Zukunft: Er gilt heute als Wegbereiter des Humanismus und lieferte mit seiner Planetentheorie die Grundlage für die kopernikanische Wende. Er war auch Hofastronom von Kaiser Friedrich III., dem Vater Kaiser Maximilians I., des „letzten Ritters“.
Leider ist Georg von Peuerbach nur mehr wenigen Menschen ein Begriff – erstaunlich, wenn man bedenkt, dass er mit seinen Forschungsergebnissen eine naturwissenschaftliche Zeitenwende geschaffen hat.
Nach diesem Ausflug in die Geschichte der Astronomie, einem Besuch der Oberösterreichischen Landeskrippe und der Mittagspause, fuhren wir zu unserem letzten Besichtigungspunkt dieser Wochenendreise – nach Eferding.
In der drittältesten Stadt Österreichs liegt das Schloss Starhemberg, welches sich seit Jahrhunderten im Besitz der fürstlichen Familie Starhemberg befindet. In dieser historischen Stätte verbinden sich Architektur und Stil verschiedener Zeitalter harmonisch miteinander. Der Rundgang durch das Schloss beginnt mit der Familiengeschichte der Starhemberger. Zahlreiche Erinnerungs- und Fundstücke, sowie Gemälde, Waffen, edles Porzellan, Uniformen, Trophäen und Möbel geben Einblick in die Geschichte dieses alten österreichischen Adelsgeschlechtes. Weitere sehenswerte Räume sind der Zunftsaal, der Ahnensaal mit über 50 überlebensgroßen Portraits von Familienmitgliedern der Starhemberger, der Porzellansaal mit dem Starhemberg-Pokal und dem Tisch, auf welchem Wolfgang Amadeus Mozart seine „Zauberflöte“ komponierte.
Der Schaunbergersaal erinnert an das einst mächtige Geschlecht der Grafen von Schaunberg mit ihrem Stammsitz, der Burg Schaunberg. Diese besuchen wir im Rahmen einer Zweitagesreise am 17. Oktober 2026.
Nach der Besichtigung des Starhemberg-Schlosses widmeten wir uns noch der Pfarrkirche von Eferding.
Knapp vor dem Einsetzen eines heftigen Gewitterregens erreichten wir noch trockenen Fußes unseren Bus und traten die Heimreise nach Wien an – stets begleitet von einem farbenprächtigen Regenbogen.
Um die fast dreistündige Fahrt nach Wien etwas aufzulockern, sahen wir Filme zu den entsprechenden Themen der letzten drei Tage, u.a. über den Kurort Bad Hall, über die „Schwarzen Grafen“ und über die Geschichte der Vierkanthöfe in Most- und Traunviertel.
Gegen 21 Uhr waren wir wieder zurück in der Operngasse, versehen mit viele schönen Eindrücken und Informationen.
In einem Jahr steht in Bad Hall die Operette „Eine Nacht in Venedig“ auf dem Programm. Vom 16. bis 18. Juli 2027 erwartet uns dann wieder eine Dreitagesfahrt mit einem reichhaltigen Besichtigungsprogramm – mit dem Schwerpunkt „1250 Jahre Stift Kremsmünster“. Für die Operettenaufführung sind bereits Karten reserviert, Anmeldungen sind nach Erscheinen des Jahreskatalogs 2027 möglich!

























