Lehar Festival Bad Ischl

Kongress- & TheaterHaus Bad Ischl

Villa Paulick

 

Reisetermin: 23.- 26.07.2026
Blogbeitrag und Fotos: Elisabeth Stanzel

Das Lehár Festival in Bad Ischl zählt zu den bedeutendsten Operettenfestivals Europas und lockt uns jedes Jahr in die „Kaiserstadt“. Im Kongress & TheaterHaus Bad Ischl wurden heuer „Boccaccio“ und „Gräfin Mariza“ geboten.

Unsere Kulturreise begann am Attersee, Sommerfrische und Anziehungspunkt berühmter Künstler, die hier Erholung und reiche Inspiration für ihr Schaffen fanden. Gustav Klimt hielt die stilisierte Landschaft und das Funkeln des türkisgrünen Sees in seinen unvergleichlichen Bildern fest. Im Klimt-Museum und während des geführten Spaziergangs entlang des Themenweges am Nordufer des Attersees erfuhren wir viel Wissenswertes über Leben und Werk des berühmten Vertreters des Jugendstils. Auf der Terrasse der prunkvollen Villa Paulick genossen wir die wunderbare Aussicht auf See und Schloss Kammer und spürten den Geist des Fin de Siècle.

Wir nahmen Quartier im stilvollen Hotel Goldenes Schiff in Bad Ischl an der Traun-Esplanade (gleich ums Eck die Traditionskonditorei Zauner. Man gönnt sich ja sonst nichts!). Vor Jahrhunderten schon hielten hier, damals noch ein Gasthaus, die Traunschiffer Einkehr, bevor sie ihren gefährlichen Weg fortsetzten.

Den zweiten Tag starteten wir mit einem geführten Stadtrundgang über Promenade, Kurpark und Trinkhalle. Unterhalten mit zahlreichen Seitenblicke-Geschichtln erfuhren die Gäste, warum Journalisten und Adabeis stundenlang im und vor dem Café Ramsauer, gegenüber dem Hotel Post, saßen. Besser informiert war wohl nur das „Fräulein von der Post“?!

Wir besuchten die Pfarrkirche und stellten uns vor, wie Anton Bruckner hier anlässlich der Hochzeit der Kaisertochter Marie Valerie „seine“ Orgel erklingen ließ.

Anschließend besichtigten wir die Lehár-Villa, die nach einer sehr aufwendigen und behutsamen Renovierung in neuem Glanz erstrahlt. Franz Lehár kaufte die Villa, ließ sie mit wertvollen Möbeln ausstatten, sammelte Kunstgegenstände und vererbte das Haus samt kostbarem Inventar der Stadt Bad Ischl. Allerdings verfügte er, nicht ganz uneitel, testamentarisch, dass sie als Museum erhalten bleiben und nichts verändert werden dürfe.

Am dritten Tag fuhren wir über Bad Aussee zum „Steirischen Meer“, überquerten den Grundlsee mit dem Schiff und erreichten nach kurzer Wanderung den sagenumwobenen Toplitzsee. Ein fachkundiger Bootsführer ruderte uns mit einer „Plätten“ entlang der eindrucksvollen Felswände über den See. Gespannt hörten wir Geschichten über das Naturschutzgebiet, Holzfäller und Kriegsverbrechen. Leider konnten wir ihm das Geheimnis um den „Schatz im Toplitzsee“ nicht entlocken. Die „Fitnessgruppe“ wurde zuletzt nach einem steilen Aufstieg über den felsigen Waldweg mit einem herrlichen Blick auf den Kammersee und den Traunursprung belohnt.

Der letzte Tag führte uns nach Hallstatt, wo wir abseits des Touristenstroms, hoch über den Dächern des Ortes, die Pfarrkirche Maria am Berg erreichten. Von den drei Flügelaltären (!) besticht besonders der Doppelflügelaltar von Leonhard Astl (einem Schüler Michael Pachers?) als spätgotisches Juwel. Gerade als wir tief beeindruckt in den Kirchenbänken Platz nahmen, erklang von der Orgel Mozarts „Ave Verum“ als Introitus zur Sonntagsmesse. Welch stimmungsvolle Inszenierung!

Zuletzt machten wir noch Rast im idyllischen, fast menschenleeren Bergdörfl Pürgg am Fuße des Grimming. Der Besuch der Pfarrkirche, der Turmläutkammer und der Katharinenkapelle mit ihren eindrucksvollen Fresken aus dem 13. Jahrhundert rundete die Besichtigung ab.

„Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut“ ...

Auf Wiedersehen in Bad Ischl 2027 mit Lehárs „Die lustige Witwe“, Millöckers „Gasparone“ und Straus' „Die lustigen Nibelungen“.