Eine sommerliche Genusswoche

Reisetermin: 22.08.- 30.08.2026

Blogbeitrag: Daniela Haertel

 

Erholung am Längsee – mit Wandern und Kultur

Eine Woche Sommer, See, Kultur und Bewegung – kann man sich eine angenehmere Mischung für eine Reise vorstellen? Wohl kaum. Unser Aufenthalt am naturbelassenen Längsee erwies sich jedenfalls als wunderbare Gelegenheit, Körper und Seele gleichermaßen etwas Gutes zu tun. Und diesmal gab es eine kleine Premiere: Erstmals wurde unsere Kulturreise mit einem eigenen kleinen Wanderprogramm kombiniert. Das kam ausgesprochen gut an – und so mancher Kulturfreund entdeckte dabei ungeahnte Freude am Durchstreifen der Natur.
Unser Quartier, das Stiftshotel St. Georgen, hätte dafür kaum besser gewählt sein können. Ruhig gelegen, eingebettet in eine geschichtsträchtige Landschaft und nur einen kurzen Spaziergang vom See entfernt, bot es den perfekten Ausgangspunkt für unsere Unternehmungen. Während die einen gern gemütlich in den Tag starteten oder am Wasser entspannten, schnürten andere die Wanderschuhe. So konnte jeder seinen eigenen Rhythmus finden.


Mittelalter zum Auftakt
Schon die Anreise hatte einiges zu bieten. Über Semmering und Bruck an der Mur führte unser Weg nach Friesach, wo wir bei einem Spaziergang durch die wohl mittelalterlichste Stadt Kärntens gleich tief in vergangene Zeiten eintauchten. Stadtgraben, Wehrtürme und die imposanten Burgen machten Geschichte anschaulich und sorgten für reichlich Fotomotive. Ein besonderes Zuckerl wartete anschließend auf uns: Die Deutschordenskirche wurde eigens für unsere Gruppe geöffnet. Solche exklusiven Einblicke machen eine Reise erst richtig besonders.
In St. Georgen angekommen, hieß es dann: Schuhe an und hinaus in die Natur! Bei einer ersten Wanderung rund um den Längsee erkundete die Wandergruppe die nähere Umgebung und verschaffte sich ganz nebenbei einen Überblick über das kleine Ferienparadies, das für die nächsten Tage unser Zuhause sein sollte. Andere rasteten im Stiftsgarten oder pilgerten zum Seebad.

Hohe Burgen, alter Adel und „Verrückt vor Liebe“
Am zweiten Tag war die Auswahl groß. Wer Lust auf Kultur hatte, machte sich auf den Weg zur imposanten Burg Hochosterwitz. Schon die Auffahrt mit dem Lift war ein Erlebnis, die anschließende Führung richtig spannend. Besonders interessant waren die Geschichten rund um die Adelsfamilie Khevenmüller, die seit Jahrhunderten mit der Burg verbunden ist.
Während einige danach möglichst rasch wieder Richtung Längsee und Badevergnügen unterwegs waren, zeigte sich ein Teil unserer Gruppe erstaunlich motiviert und wanderte durch die reizvolle Landschaft zurück nach St. Georgen. Die neue Verbindung von Kultur und Bewegung funktionierte also bestens.
Am Abend stand ein ganz anderes Erlebnis auf dem Programm: Feldkirchen und die traditionelle Sommeroper. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurden wir vom Intendanten Johannes Hanel begrüßt, bevor sich im schönen Amthof der Vorhang für Pietro Antonio Coppolas La Pazza per Amore – Verrückt vor Liebe hob. Das Werk des sizilianischen Komponisten, dessen 150. Todesjahr heuer begangen wird, wurde von den Sängerinnen und Sängern mit sichtbarer Begeisterung auf die Bühne gebracht. Musik, sommerliche Atmosphäre und das historische Ambiente des Amthofs ergaben eine ausgesprochen stimmige Mischung.

Der dritte Tag gehörte ganz dem individuellen Interesse. Während manche die freie Zeit für Erholung, einen Sprung in den Längsee oder gemütliche Stunden nutzten, machte sich die Wandergruppe auf nach Taggenbrunn. Die Strecke bot genau das, was man sich von einer Sommerwanderung in Kärnten wünscht: abwechslungsreiche Wege, schöne Ausblicke und genügend Gelegenheit, zwischendurch innezuhalten. Hin und zurück wurde daraus eine gelungene Tour – und einmal mehr zeigte sich, dass Wandern und Kultur erstaunlich gut miteinander harmonieren.

Römer, Herzöge und eine hübsche Stadt
Am vierten Tag ging es wieder gemeinsam auf Entdeckungsfahrt. Ein kurzer Stopp beim Herzogstuhl erinnerte an die politische Geschichte Kärntens, ehe wir den Magdalensberg erreichten. Zwischen den römischen Ausgrabungen wurde die Antike plötzlich erstaunlich greifbar. Danach wartete Maria Saal, der „Dom Kärntens“, auf unseren Besuch. Vom Gipfelhaus aus konnten wir die Landschaft noch einmal aus einer anderen Perspektive ebenso wie eine köstliche Mittagspause genießen.
Den Abschluss bildete St. Veit an der Glan. Beim Rundgang durch die hübsche Stadt gab es einiges zu entdecken: die Herzogsburg, das prächtige Rathaus und der stattliche, diesmal eher ruhige Hauptplatz machten den Spaziergang zu einem kleinen Stadtbummel mit historischem Flair.

Klosterleben und Faakersee
Auch der fünfte Tag brachte wieder eine abwechslungsreiche Mischung. Im Kloster Wernberg, idyllisch gelegen und Heimat der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, erwartete uns eine besonders eindrucksvolle Führung. Die Provinzoberin,Sr. Pallotti Findenig, persönlich nahm sich Zeit für unsere Gruppe und gewährte uns spannende Einblicke in das Klosterleben. Natürlich durfte auch ein Besuch im Klosterladen nicht fehlen – schließlich braucht eine gelungene Reise auch das eine oder andere Mitbringsel. Anschließend ging es zum Faakersee. Hier trennten sich die Wege wieder auf angenehme Weise: Während einige spazieren gingen, am Sunset Beach rasteten und im Seebad das herrliche Wetter genossen, zog es die Wandergruppe von Neuegg zu Fuß nach Faak am See.
Zurück in St. Georgen war die Versuchung dann groß, noch einmal ins kühle Nass zu springen. Viele ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Nach so viel Kultur und Bewegung war das Bad im Längsee der perfekte Tagesausklang.

Musik und Moor
Der sechste Tag führte uns nach Ossiach am See. Dort erwartete uns eine interessante Führung von Herrn Pfarrer Eichholzer und die Besichtigung der bedeutenden Stiftskirche. Die romanische Pfeilerbasilika reicht in ihren Ursprüngen bis um das Jahr 1000 zurück. Besonders bemerkenswert: Hier befindet sich auch das Grab des polnischen Königs Boleslav. Das Stift selbst blieb uns diesmal leider verschlossen, da die Carinthische Musikakademie gerade einen Kurs mit mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern veranstaltete. Angesichts der musikalischen Betriebsamkeit konnten wir uns allerdings gut vorstellen, dass dort ordentlich etwas los war.
Und wieder durfte jeder wählen: Eine Gruppe unternahm eine Seerundfahrt, andere erkundeten Ossiach auf eigene Faust, während die Wanderer rund um das Moor unterwegs waren.
Wieder am Längsee stand schließlich das an, was inzwischen beinahe zum täglichen Ritual geworden war: ein letzter Sprung ins Wasser.

Abschied mit Stift und Schloss
Am siebten Tag hieß es leider Abschied nehmen. Doch bevor wir endgültig Richtung Wien aufbrachen führte uns noch ein sehr launiger Herr Pfarrer Stromberger durch das Stift St. Georgen. Danach folgt als perfekter Abschluss  ein Mittagessen im wunderschönen Schlossrestaurant Wolfsberg. Die geplante anschließende Fahrt zum idyllisch gelegenen Packer Stausee fiel leider der gesperrten Ausfahrt zum Opfer.
Dann ging es dennoch gut gelaunt zurück nach Wien.

Eine gelungene Premiere
Was bleibt von dieser sommerlichen Woche am Längsee? Vor allem die Erkenntnis, dass Kultur und Wandern eine ausgesprochen glückliche Verbindung eingehen können. Unsere Premiere fand großen Anklang. Während die einen historische Mauern, Kirchen, Klöster und Musik genossen, erkundeten andere zudem die Landschaft auf Schusters Rappen – und am Ende trafen sich doch alle wieder am selben Tisch oder im erfrischenden Längsee.
Genau diese Freiheit machte den besonderen Reiz der Reise aus: Niemand musste sich zwischen Erholung, Kultur und Bewegung entscheiden. Jeder konnte die Tage so gestalten, wie es ihm gefiel. Eine sommerliche Genusswoche also, die ihrem Namen alle Ehre machte.