Reisetermin: Samstag, 26. September 2026
Reiseleitung, Text und Fotos: Thomas Neunteufel
Das Prinz Eugen-Schloss Hof an der March – kurz Schloss Hof – zeigt im heurigen Jahr die Sonderausstellung „Verspielte Symmetrie. Der Barockgarten als Kunstwerk“.
Im Mittelpunkt steht die Liebe der Habsburger zum Garten, insbesondere die Gartenleidenschaft des Prinzen Eugen, der 1725 das Anwesen in Hof erwarb und vom Architekten Lukas von Hildebrandt zu einer grandiosen Barockanlage ausbauen ließ.
Entsprechend der Größe und dem Zeitgeschmack wandelten sich die Ansprüche an der Gestaltung der Gärten – so auch in Schloss Hof. Ausgehend von dieser Gartenanlage behandelt die Ausstellung verschiedene Aspekte, die barocke Gärten des Adels und des Kaiserhauses auszeichneten. Verschiedenste Gestaltungselemente, wie Skulpturen und Pflanzen kamen zum Einsatz, aber auch technische Innovationen wie Wasserspiele oder Riesenfeuerwerke. Die Gärten dienten dem Vergnügen, aber auch der Erholung. Nicht zuletzt waren sie auch Ausdrucksmittel zur Demonstration von Macht und Reichtum.
Am Vormittag standen wir ganz im Bann der Schloss- und Gartenanlage von Schloss Hof. Zuerst besichtigten wir die Prunkräume des Schlosses mit der noch teils erhaltenen Inneneinrichtung und die Dauerausstellung, die die Geschichte des Lebens des Prinzen Eugen und seiner Schlösser dokumentiert. Die Sonderausstellung – untergebracht in den ehemaligen Wohnräumen von Maria Theresia – widmet sich ganz der barocken Gartenarchitektur mit dem Schwerpunkt auf den Park von Schloss Hof, der sich über sieben Terrassen erstreckt. Ein kurzer Abstecher in den Gutshof des Prinzen Eugen rundete den fast dreistündigen Rundgang ab.
Im „Gasthof Prinz Eugen“ nahmen wir das Mittagessen ein und danach ging es mit dem Bus vorbei am Nachbarschloss Niederweiden, das sich ebenfalls im Besitz des Prinzen Eugen befand, zum zweiten großen Besichtigungspunkt des heutigen Exkursionstages, zum Schloss Orth an der Donau.
Im 12. Jahrhundert als Wasserburg errichtet, vereint heute Schloss Orth Geschichte, Kultur und Natur an einem Standort. Es ladet ins Besucherzentrum des Nationalparks March-Donauauen, mit dem Augelände „Schlossinsel“, wo Flora und Fauna der Donau-Auen wie die Europäische Sumpfschildkröte, der Sterlet oder charakteristische Auwaldbäume im Mittelpunkt stehen, ein, sich näher mit einer bis vor kurzem stark gefährdeten Landschaft zu beschäftigen.
Der Donaugemeinde Orth widmet sich das „Museum Orth“ in den Schlossräumlichkeiten. Erst vor wenigen Jahren wurde hier eine besondere Sehenswürdigkeit freigelegt und nach den strengen Kriterien des Denkmalschutzes restauriert und zur Besichtigung freigegeben – eine Renaissance-Wendeltreppe aus dem 16. Jahrhundert, von der es in Mitteleuropa nur mehr wenige Beispiele gibt.
Im Schloss und in dem dazugehörigen Freigelände verbrachten wir über zwei hochinteressante Stunden, die uns einen Einblick in Geschichte und Kultur des Marchfeldes, des Schlosses und vor allem des streng geschützten Auengebiets gaben. Besonders beeindruckend war der Blick in die Unterwasserstation, wo wir durch eine dicke Glasscheibe einen direkten Blick in den Lebensraum eines Augewässers machen konnten. Unzählige Fischarten zogen an uns vorüber, u.a. ein riesiger Huchen, aber auch winzige Flussfische. Leider ließ sich eine Sumpfschildkröte nicht blicken – trotz aller Lockversuche des uns begleitenden Au-Rangers.
Am Ende des heutigen Besichtigungstages waren wir alle verdientermaßen müde, aber mit vielen schönen Einrücken und neuen Erkenntnissen bereichert.
Eine kurze Fahrt führte uns zurück in die Operngasse zum Ausgangspunkt unserer Exkursion. Vielen Dank an unseren Busfahrer Nebo, der uns sicher durch das Marchfeld chauffierte.
In nächstjährige Sonderausstellung in Schloss Hof befasst sich mit barocken Tiergärten in Schlossanlagen, Menagerien und mit der speziellen Nutztierhaltung in den Schlossanlagen des Prinzen Eugen. Im Mittelpunkt stehen der Gutshof und die Stallungen von Schloss Hof. Eine besondere Attraktion werden die weißen Esel sein, die in ihrer Art und Züchtung seit der Zeit des Prinzen Eugen weltweit einzigartig sind.
Eine Besichtigungsfahrt zur Ausstellung, den Stallungen und zum Gutshof sind im kommenden Jahr fix vorgesehen! Details im Tagesfahrtenkatalog 2027, der zu Jahresbeginn erscheinen wird. Wir freuen uns schon darauf!









