Opernzauber unter Sternen!

 

Reisetermin: 23.07. - 26.07.25

Blogbeitrag und Fotos: Daniela Haertel

Eine musikalische Reise nach Verona

Es gibt Orte, an denen Musik nicht nur gehört, sondern gefühlt wird. Die Arena di Verona ist zweifellos einer dieser magischen Orte – und 2025 einmal mehr ein Fixstern am Opernhimmel Europas und im Programm von Elite. Unsere viertägige Kulturreise dorthin war ein Fest für alle Sinne: Musik, Geschichte, Kulinarik, Wein – und das Ganze eingerahmt vom einzigartigen Charme Norditaliens.


Tag 1: Anreise mit großer Vorfreude
Von Wien über Villach und Mestre, begleitet von den erwartungsfrohen Gesprächen der Gäste, ging es in einer langen, aber kurzweiligen Fahrt nach Verona. Am späten Nachmittag bezogen wir unser Hotel, nur einen romantischen 25-minütigen Spaziergang vom Altstadtrand zur Arena entfernt. Einem heftigen, aber kurzen Gewitter folgte ein wunderbarer Abend, den einige in eben dieser oder bei einem Spaziergang durch die verwinkelten Gassen entlang der wunderbar beleuchteten Fassaden und andere bei einem köstlichen Abendessen in der Stadt verbrachten.
Der erste Abend gehörte einem Stars der internationalen Ballettwelt: Roberto Bolle, Sein Galaabend ist eines der Highlights der Festspiele: Unter dem Titel Roberto Bolle and Friends bringt er jedes Jahr eine Auswahl der besten Tänzer:innen der Welt nach Verona – ein atemberaubendes Potpourri klassischer Pas de deux, moderner Choreografien und mitreißender Soli. Kraft, Eleganz und pure Schönheit verschmolzen unter dem Sternenhimmel Veronas zu einem unvergesslichen Abend.


Tag 2: Stadtverliebt in Verona und ein fulminanter Opernabend
Ein launiger Spaziergang führte uns durch die geschichtsträchtigen Straßen Veronas. Die gut erhaltene Stadtmauer mit ihren Renaissancetoren, die romanische Pracht der Kirche San Zeno, das eindrucksvolle Castelvecchio, das römische Theater mit Blick auf die Etsch – Verona bot uns eine Zeitreise durch 2000 Jahre Architektur. Wir bewunderten das Haus des Romeo, die gotischen Scaliger-Grabmäler, flanierten über die prachtvolle Piazza dei Signori und die farbenfrohe Piazza delle Erbe. Natürlich durfte auch ein Besuch beim berühmten Haus der Julia nicht fehlen, samt Briefkasten für Liebesbotschaften.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung – einige ließen sich in einem der eleganten Straßencafés zu einem Aperol Spritz nieder, andere besuchten Museen oder bummelten durch die Modeboutiquen der Via Mazzini. Manche sammelten einfach Kräfte im Hotel – denn der Abend versprach Großes: Nabucco von Guiseppe Verdi.
Die Erwartungen waren hoch – und wurden bei weitem übertroffen. In der Hauptrolle: Anna Netrebko als Abigaille – kraftvoll, dramatisch, stimmlich auf dem Zenit ihres Könnens. Die Partie verlangte alles – und Netrebko brillierte mit Leidenschaft und Präzision. An ihrer Seite ein ebenso beeindruckender Amartuvshin Enkhbat als Nabucco: stimmgewaltig, tragisch und zutiefst menschlich. Einmal mehr bewegte zudem der berühmte Gefangenenchor mit Va, pensiero das Publikum zutiefst. Beeindruckend auch die moderne Inszenierung von Stefano Poda, die Geschichte und Gegenwart kunstvoll verknüpfte. Tosender Applaus für einen Abend, der Gänsehaut hinterließ.


Tag 3: Gardaseeglück und Liebessehnsucht
Nach einem gemütlichen Frühstück ging es sehr entspannt an den Lago: Der charmante Ort Bardolino am Ostufer des Gardasees empfing uns mit mediterranem Flair und glitzerndem Wasser. Weiter ging es zum Mittagessen ins malerische Lazise, ein Ort wie aus einem Bilderbuch, mit seiner Scaligerburg, den engen Gassen und den bunten Fischerbooten im Hafen. Bei einem Bummel durch die Altstadt und entlang der Uferpromenade konnten wir das Gefühl von Urlaubszauber, das sich bei uns einstellte, in vollen Zügen genießen. 
Zurück in Verona blieb Zeit für weitere Entdeckungen – oder eine kleine Pause vor dem nächsten musikalischen Höhepunkt in der Arena, 
Verdi zum Zweiten – diesmal die tragische Geschichte von Violetta, der schönen Pariser Kurtisane, die in La Traviata an der Liebe und der Moral der Gesellschaft zerbricht. In der Titelrolle glänzte Rosa Feola mit ihrer kristallklaren, emotional tief bewegenden Stimme. An ihrer Seite Dmitry Korchak als leidenschaftlicher Alfredo – ein Traumpaar der Opernwelt.


Tag 4: Abschied mit Weinseligkeit und Genuss
Was wäre Italien ohne Wein? Unser Rückweg führte uns in das idyllisch gelegene Weingut der Pitars in San Martino al Tagliamento. Zwischen Weinreben und historischem Gemäuer erfuhren wir bei einer charmanten Führung und Besuch des Weinkellers alles über die Philosophie der Familie und ihres Weins. Danach folgte der krönende Abschluss: eine Verkostung mit fruchtigen Weißweinen, vollmundigen Roten und dem prickelnden Prosecco della casa – dazu ein köstlicher Imbiss mit Prosciutto, Salami, lokalen Käsen und den wohl besten getrockneten Tomaten Italiens.

Verona, wir kommen wieder!


Die Heimfahrt? Zwar von wenig Sonne begleitet, dafür voller Erinnerungen an Tage, die Ohr, Gaumen und Herz gleichermaßen erfreuten. Drei große Abende unter freiem Himmel, drei musikalische Inszenierungen der Spitzenklasse, eine traumhafte Stadt, köstliches Essen, guter Wein – und eine Gruppe von Gästen, die miteinander lachte, staunte, genoß und sich sichtlich wohl fühlte.

Wer Gusto bekommen hat: Von 22. bis 25. August geht es nochmals nach Verona: Dann stehen Rigoletto und Aida von Verdi und Carmen von Bizet am Programm. Wir würden uns freuen, Sie als Gast begrüßen zu dürfen.

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