Unsere Woche am Längsee war eine harmonische Verbindung von Entspannung, Naturerlebnissen und kulturellen Höhepunkten – eine Auszeit, die Herz und Seele gleichermaßen berührte.
Tag 1 – Von Wien nach St. Georgen
Die Fahrt führte uns über den malerischen Semmering ins grüne Murtal und weiter nach Judenburg, wo uns gleich zu Beginn ein besonderes Erlebnis erwartete: eine Puch-Auto- und Motorrad-Parade mit ihren glänzenden, nostalgischen Fahrzeugen – ein Fest für alle Liebhaber klassischer Technik! Anschließend schlenderten wir durch die charmante Altstadt, vorbei an bunten Fassaden, die Geschichten aus vergangenen Zeiten zu erzählen schienen. In der Pfarrkirche St. Magdalena fingen die kunstvollen Glasfenster das Licht auf magische Weise ein, und der eigens für uns erschienene Organist verwebte die Geschichte der Kirche mit stimmungsvollen Orgelklängen. Nach einer genussvollen Weiterreise erreichten wir schließlich den Längsee. Schon das Ankommen im ehrwürdigen Stiftshotel Bildungshaus St. Georgen fühlte sich an wie das Eintauchen in eine Oase der Ruhe – ein Haus voller Geschichte, dessen besondere Aura Kraft, Gelassenheit und Geborgenheit schenkt. Der perfekte Ort, um den Alltag hinter sich zu lassen.
Tag 2 – Opernabend in Feldkirchen
Der Tag stand ganz im Zeichen der Muße. Während die einen im See badeten oder durch den romantischen Stiftsgarten mit seinen alten Baumriesen flanierten, genossen andere einfach die Sonne auf der Terrasse. Am späten Nachmittag brachen wir nach Feldkirchen auf. Nach einem gemeinsamen Abendessen erwartete uns ein kulturelles Highlight: die Sommeroper im historischen Pfarrhof. Schon die lebendige Einführung durch Intendant Johannes Hanel weckte Vorfreude – und die Aufführung von Donizettis „Francesa di Foix“ entfaltete sich als wahres Fest für Ohr und Herz, ein köstlicher musikalischer Hochgenuss.
Tag 3 – Einfach die Seele baumeln lassen
Ein Tag, der ganz der Erholung gewidmet war. Manche verweilten am glitzernden See, andere unternahmen kleine Wanderungen, wiederum andere blieben im Stift, genossen die heitere Stille, besichtigten die prachtvolle Klosterkirche oder schlenderten durch den duftenden Kräutergarten.
Tag 4 – Am Wörthersee – und auf den Spuren Gustav Mahlers
Unser Ausflug führte uns zunächst nach Maiernigg am Wörthersee, wo wir das kleine, aber inspirierende Komponierhäuschen Gustav Mahlers besichtigten. Ein packender Vortrag ließ uns tief eintauchen in das Leben und Schaffen des großen Meisters, der hier viele seiner Symphonien entworfen hatte. Anschließend ging es weiter zum Pyramidenkogel, dem höchsten Holzturm der Welt. Von der Plattform in 70 Metern Höhe breitete sich ein atemberaubender Rundblick über den türkisblauen Wörthersee und die umliegende Bergwelt aus. Als Draufgabe gönnten wir uns noch einen Abstecher nach Velden, wo die elegante Seepromenade mit ihrer heiteren Ferienstimmung und den gemütlichen Cafés zum Verweilen einlud – einfach ein Stück sommerliche Leichtigkeit.
Tag 5 – Geschichte hautnah am Magdalensberg
Heute stand Geschichte im Mittelpunkt. Auf dem Magdalensberg erkundeten wir die weitläufigen archäologischen Ausgrabungen, die mit lebendigen Erzählungen zum Leben der Menschen vor 2000 Jahren zum Greifen nahe wurden. Im Gipfelhaus Magdalensberg stärkten wir uns mit regionalen Köstlichkeiten wie duftenden Eierschwammerln und süßen Zwetschkenknödeln, während uns der Blick über die Kärntner Bergwelt begeisterte. Nicht im Programm aber spontan besucht, stand die Wallfahrtskirche Maria Saal, eines der bedeutendsten Gotteshäuser Kärntens, und schließlich das Zollfeld mit dem geschichtsträchtigen Herzogstuhl, auf dem einst die Herzöge Kärntens eingesetzt wurden – Geschichte zum Anfassen.
Tag 6 – Klagenfurt entdecken
Ein Bummel durch Klagenfurt offenbarte eine Stadt voller Charme, Lebenslust und Geschichte. Wir bestaunten das Landhaus mit seinem prachtvollen Wappensaal, in dem einst die Kärntner Landstände tagten, und ließen uns durch die Altstadt treiben, vorbei an Renaissancehöfen, dem berühmten Lindwurmbrunnen und einladenden Plätzen voller mediterranem Flair. Der Nachmittag in St. Georgen gehörte wieder uns selbst – Zeit für ein letztes erfrischendes Bad im See oder für eine stille Stunde im friedvollen Klostergarten.
Tag 7 – Kulinarischer Abschluss im Lavanttal
Zum Abschluss führte uns die Reise nach St. Paul im Lavanttal. Das mächtige Stift mit seiner eindrucksvollen Kirche und einer spannenden Sonderausstellung zog uns in seinen Bann. Danach wartete ein kulinarisches Finale: Im Zentrum der Mostbarkeiten ließen wir uns eine herzhafte Brettljause schmecken und verkosteten verschiedene Mostspezialitäten – fachkundig begleitet und voller Genuss. Beschwingt und ein wenig wehmütig traten wir schließlich die Heimreise über Graz und den Wechsel nach Wien an. Der Himmel verabschiedete uns mit Tränen, doch die Erinnerung an sonnige Tage voller Kultur, Genuss und Leichtigkeit wird jedenfalls bleiben.












