Serbische Donau - Teil des Lebensprojektes: "Donaufinisher"

Start in Osijek an der Drau kurz vor der Mündung in die Donau

Mahnmal an die Schlacht um Vukovar Herbst 1991

Rathaus von Novi Sad - erinnert an österreichische Geschichte

Festungsanlage Peterwardein an der Donau

Belgard - Paltz der Republik Prinz Mihailo Denkmal

Stambul Tor zum Kalemegdan Areal

Blick auf Mündung Save und Donau - Pobednik Denkmal

unser Führer in Belgrad - Michael

weiter auf dem Damm über nackte Erde

Überfahrt mit der Fähre nach Ram ans andere Donauufer

jemand hat nicht alles aufgegessen - Wettersturz

leider unfahrbare Tage im Eisernen Tor

tolles Ersatzprogramm im Museum

Kaiser Caligula

versöhnlicher Abschied in Kladovo

Reisetermin: 27. September bis 04.  Oktober 2025

Reisebericht: Karl Exler

Ein Abenteuer entlang der Donau – von Wien über Budapest, Osijek, Novi Sad und Belgrad bis nach Kladovo. Eine Woche voller Eindrücke: historische Festungen, bewegende Erinnerungen, herzliche Begegnungen, köstliche Speisen und das unvergleichliche Gefühl, die Landschaft im eigenen Rhythmus zu erfahren. In wenigen Tagen wächst aus einer Reisegruppe eine echte Gemeinschaft. Ein Reisebericht über Kultur, Geschichte und die pure Freude am Radfahren.

 

Samstag:  Anreise Wien - Osijek / Radetappe nach Vukovar

Abfahrt bereits um 06:00, Schon gegen 10:00 sind wir in Budapest und um 13:45 in Osiek, wo die Räder entladen werden und Wilhelm uns kundig die Festung und das Zentrum näherbringt. Ein kleiner Regen wird kurzerhand im Cafe abgewettert. Die Fahrt nach Vukovar ist gemütlich. Wir staunen über tolle Löß-Formationen und in Dalj, wo wir erstmals auf die Donau treffen, machen wir auch Bekanntschaft mit einer heiteren Hochzeitsgesellschaft.
Gegen 18:00 kommen wir zu unserem Hotel, wo wir freundlich empfangen werden. Leckeres Abendessen. 
 

Sonntag: Vukovar - Novi Sad

Wir machen dem Management einen Gefallen und posieren artig für ein Gruppenfoto. Vermutlich will man sich als fahrradfreundliches Hotel in Stellung bringen. Bravo! Weiter so. Nach kurzer Fahrt durch die Stadt finden wir uns ein, am Fuße eines riesigen Wasserturms, der - als Mahnmal gegen den Krieg- nicht saniert wurde. Wir nutzen die Gelegenheit und fahren mit einem Aufzug hoch ins Innere des Turmes und sehen die unglaublich vielen Granat- und Bombentreffer. Die Tränen können einem kommen vor der Sinnlosigkeit des Krieges….
Auf Bildtafeln traurige Geschichten aus dem 4. Quartal 1991. Im Gegensatz dazu die fantastische Aussicht von der Plattform, die mit viel architektonischem Gefühl integriert wurde.
Weiter geht es zum “Gedenkfriedhof für die Opfer der kroatischen Verteidiger”. Wir gedenken der Toten und keiner von uns kann diesen Platz verlassen, ohne in irgendeiner Art und Weise betroffen zu sein. Die Fahrt nach NoviSad führt uns durch die Damm- / Aulandschaft der Donau, beruhigend unaufgeregt und wird lediglich unterbrochen durch eine Herausforderung im Restaurant “Paradies”. Trotz der Zusage des Wirten “ich zaubere eine Kleinigkeit” ist es für uns “kontrollbegeisterte Menschen aus dem Westen” schwer die Ruhe zu bewahren und dem Wirt zu vertrauen. Letztendlich serviert er uns eine köstliche Fischsuppe und schon nach weniger als einer Stunde setzen wir die Fahrt nach NoviSad fort…. wo uns die nächste Hochzeitsgesellschaft erwartet - aber das ist eine andere Geschichte. ;-)

 

Montag: Novi Sad  - Belgrad

Am nächsten Morgen erfreuen wir einen naheliegenden Fahrradshop mit unerwarteten Umsätzen und dann geht es weiter über das Zentrum, die perfekt historisch gepflasterte Straße rauf auf die Festung Peterwardein, die man ebenfalls mit unzähligen Superlativen verbrämen könnte. Unser heutiges Ziel Belgrad liegt noch mehr als 100 km entfernt. Auf Straßen mit teilweise ganz schön viel Verkehr und Radwegen - immer in enger Umarmung mit der Donau- strampeln wir Kilometer um Kilometer herunter. Die Einfahrt nach Belgrad … wer von uns wird sie jemals vergessen? Die imposante Brücke, eine rasche Umdisponierung (am Ende derselben), dreispurigen Autostraßen, mutige Linksabbiegemanöver, riesige Kreisverkehre, rettende Busspuren, die einfallende Dunkelheit, Erschöpfung und dann endlich, on top of the hill, unser Hotel, Wir sind viel zu müde, um uns über die nicht vorhandene Fahrradgarage zu beschweren - der Wächter wird schon sicher auf die Räder aufpassen … und so ist es auch.
Ein sehr feines Abendessen rundet einen langen Tag ab. Heute mutierten wir von fleißigen Elite-Radlern zur Klassengemeinschaft auf Schulskikurs.

 

Dienstag: Belgrad - Kovin

Zielstrebig suchen wir uns den Weg ins Zentrum und treffen dort unseren Stadtführer Michael, der sich autark Deutsch beigebracht hat. Kompetent führt er uns durch die Innenstadt und die Festung. Die Zeit fliegt dahin und schon geht es weiter, raus aus Belgrad. Karl macht den Pflug und Wilhelm schützt den Konvoi von hinten. Wie eine griechische Phalanx überqueren wir im engen Verbund die Brücke und danach sind wir unvermittelt im Grünen. Nördlich der Donau fahren wir durch Augebiet und die Rumpelpiste wird uns wohl ewig in Erinnerung bleiben. Aber auch diese Canossafahrt schaffen wir und nach geruhsamer Autbusfahrt erreichten wir gegen 19:00 Uhr wieder unser Hotel in Belgrad. Erneut bleiben Smoking und Kleines Schwarzes im Koffer und wir gehen im Fahrraddress zum Abendessen.

 

Mittwoch:  Kovin - Veliko Gradiste

Nach dem Frühstück besichtigen wir den gewaltigen Sava-Dom. Wir sind beeindruckt von dieser Pracht, wiewohl der Verdacht nahe liegt, dass all dieser Prunk nicht zur Ehre Gottes, sondern zur Eigenen geschaffen wurde.
Aber weiter geht es mit unserer Radtour. Nicht, dass wir nicht flexibel wären: Die Erfahrung der Rumpelpiste inspiriert uns zu einer kreativen Routenänderung  und wir reduzieren 27 km Dammfahrt auf 4 km.
Michael, der auf sein Mountainbike umgestiegen war, ist fast ein bissl traurig … als Einziger :-)
Dass die Fähre bei Banatska-Palanka dann doch nicht um 13:30 fährt (wir hatten uns mächtig bemüht, pünktlich zu sein) berührte uns aber herzlich wenig. Der Wirt vor Ort -ein Meister seines Faches- verwöhnt uns mit serbischen Leckereien und im Nu haben wir die Zeit bis zur Fährfahrt bei Speis und Trank überbrückt. Wir staunen, wie breit die Donau hier ist, fast 3,5 km. Die Fahrt über die Donau ist ein Genuss, ruhiges Wasser, Sonnenschein und viel zu staunen. Ebenso das gemütliche Ausrollen auf einem perfekten Radweg bis zum Hotel Danubia Park. Nach dem Abendessen erfolgt in bereits bewährter Manier eine Doppelconference von Gerhard und Karl - diesmal verbunden mit der Bitte “morgen” doch um 08:00 anstatt um 08:30 aufzubrechen. Wir können noch so viele Wetter-Apps konsultieren. Der angesagte Regen ab Mittag lässt sich nicht wegdiskutieren.

Donnerstag: Veliko Gradiste - Donji Milanovac

Kurz nach 8 Uhr (Danke liebe Elite-Radler!) verlassen wir das wunderschöne Hotel und machen uns auf den Weg zur Burg Golubac. Der Regen kommt, aber er kommt verspätet und Dank des früheren Aufbruches erreichen wir Golubac noch bevor es endgültig zu schütten beginnt. Wir teilen uns dann und Wilhelm führt unsere drei hartgesottensten Biker zum Hotel, während Gerhard und Karl mit den Genssradlern die Burg Golubac besichtigen. Ein Bollwerk am Donaustrom mit abwechslungsreicher Geschichte.  Danach Autobusfahrt zum und freier Nachmittag im Hotel Lepenski Vir. Abendessen in einem authentischen Restaurant im Dorf. Schön mit anzusehen, wie wir im Laufe der Woche zu einer Gemeinschaft geworden sind.
 

Freitag:  Donji Milanovac - Kladovo

Der Wetterbericht verspricht erneut Dauerregen und so wird im Rahmen der abendlichen Doppelconference verkündet, dass die radlerischen Aktivitäten hiermit beendet sind. Anstatt dessen fahren wir mit dem Autobus mit vermehrten Foto-Stopps durch den schönsten Teil des Eisernen Tors und schieben einen Besuch des archäologischen Museums in Kladovo ein.
Beeindruckend wie lange der Donaustrom schon Lebensader und Transportweg, Verteidigungswall und Heimat für Menschen war und ist.

Im Hotel Aquastar genießen wir zwei hervorragende Mahlzeiten und machen uns bereit für die morgige Heimfahrt.

 

Samstag: Rückreise nach Wien

Der Regen ist vorbei und der Blick aus dem Hotelzimmer belohnt uns mit einem fantastischen Blick auf die Donau. Der Rest ist Routine. Frühstück, Koffer in den Bus und schon sind wir “on the road again” und Rudi chauffiert uns souverän gen Heimat. Die EU-Außengrenze bremst leider erneut unsere Speed aber nach 750 km erreichen wir- reich an neuen Erfahrungen - die Elite Garage.
Wieder geht ein schönes Abenteuer zu Ende … und wir dürfen in Gedanken das nächste planen.

 

Gruppen KilometerHöhenmeter
Karl Exler403 km2025 hm
Gerhard Hahnenkamp429 km2225 hm

 

Link zur Download Galerie 25ert0927 Serbische Donau
(Passwort geschützt - gültig bis 30.12.2025)